Charles III. offiziell zum König ernannt (2024)

Proklamation in Saint James’s PalaceCharles III. offiziell zum König ernannt

Charles III. ist offiziell zum neuen britischen König proklamiert worden, im Beisein von unter anderem sechs Ex-Premierministern, seiner Frau Camilla und dem neuen Thronfolger William. Zum ersten Mal wurde die Zeremonie von TV-Kameras live übertragen.

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Der neue britische König Charles III. ist offiziell ernannt worden. Bei der Proklamation am Samstag in London handelte es sich um einen formalen Akt. Dafür wurde eigens ein Accession Council einberufen, ein »Thronbesteigungsrat«. Als Erster unterzeichnete der älteste Sohn des Königs und neue Thronfolger Prinz William die Proklamation, danach Charles’ Ehefrau, Queen Consort Camilla.

Zum Accession Council gehören Mitglieder des Kronrats, also aktive und frühere Regierungsmitglieder, Kirchenvertreter, Richter, Mitglieder der königlichen Familie und andere Persönlichkeiten. Auch alle sechs lebenden ehemaligen Premierminister waren anwesend, der geschasste Premier Boris Johnson stand in der ersten Reihe. Charles war bereits mit dem Tod seiner Mutter Königin Elizabeth II. automatisch britischer König geworden. Der erste Teil der Zeremonie im St.-James’s-Palast fand ohne den Monarchen statt.

Die Proklamation folgte einem festen, in den Jahrhunderten gewachsenen Ablauf und war entsprechend ernst – Freudenausbrüche gab es nicht. So begann Charles III. seine Ansprache mit einer erneuten Verkündung der Todesmeldung von Elizabeth II.: »Es ist meine traurige Pflicht, Ihnen den Tod meiner geliebten Mutter, der Königin, mitzuteilen«, sagte Charles.

Nach der Ausrufung zum König legte Charles einen altertümlichen Eid ab. Er schwor, »die wahre protestantische Religion« in Schottland aufrechtzuerhalten, der Eid soll die Sicherheit der schottischen Kirche gewährleisten. Er ist so von allen Königinnen und Königen seit dem aus Deutschland stammenden König George I. im Jahr 1714 abgelegt worden.

Briten bekommen neuen Feiertag

Charles III. verpflichtete sich auch, dem Erbe seiner Mutter Königin Elizabeth II. zu folgen. »Meine Mutter hat ein Beispiel von lebenslanger Liebe und selbstlosem Dienst gesetzt«, sagte Charles. Ihre Regentschaft sei beispiellos gewesen in Länge, Hingabe und Ergebenheit. »Ich bin mir des großen Erbes und der Pflichten und Aufgaben äußerst bewusst, die mir weitergegeben wurden«, betonte der Monarch. »Indem ich diese aufnehme, werde ich mich bemühen, dem Vorbild zu folgen, das gesetzt wurde.«

Außerdem genehmigte Charles einen neuen Feiertag: Am Tag der Beisetzung von Königin Elizabeth II. sollen die Menschen in Großbritannien künftig freibekommen. Das könnte darauf hinweisen, dass das Staatsbegräbnis für die am Donnerstag gestorbene Queen am Montag, dem 19. September, stattfinden soll. Als möglicher Termin gilt bisher auch der 18. September, doch das ist ein Sonntag. Eine offizielle Bestätigung des Datums steht noch aus.

Des Weiteren dankte er der neuen Queen Consort Camilla. »Ich bin zutiefst bestärkt durch die fortwährende Unterstützung meiner geliebten Frau«, sagte Charles.

Charles bleibt ernst – mit zwei kleinen Ausnahmen

Fast die gesamte Zeremonie über schaute der neue König ernst – mit zwei kleinen Ausnahmen: Bei einer Unterschrift war ihm offenbar eine Schatulle mit Stiften im Weg, Charles schob sie leicht über den Rand des Tisches hinaus und schnitt eine kurze Grimasse, woraufhin das Kästchen eilig entfernt wurde. Und als er sich zum Schluss der Zeremonie vor den Anwesenden verbeugte, huschte ihm für einen kurzen Moment ein dezentes Lächeln über das Gesicht.

Obwohl die Proklamation streng dem Protokoll folgte, unterschied sie sich in wenigen, aber wichtigen Punkten von früheren Zeremonien: So wurde sie erstmals live im Fernsehen übertragen. Dem britischen »Guardian« zufolge war es außerdem das erste Mal, dass Frauen am Accession Council teilnahmen.

Im Anschluss an die Zeremonie wurde die Proklamation vom Balkon des Palastes verlesen – sie endete mit den Worten »God Save the King«, danach sang die Menschenmasse vor dem Palast die Nationalhymne mit. Außerdem gab es ein dreifaches »Hipp, hipp, hur­ra!« für den neuen König.

Weitere Lesungen der Proklamation gibt es in der City von London sowie am Sonntag dann auch in Schottland, Nordirland und Wales (lesen Sie hier mehr über den Ablauf des Tages).

Bis zur Krönung dauert es wohl noch

Abgesehen von der Proklamation folgt noch eine Krönung. Die Krönung von Elizabeth II. fand 1953 statt – 16 Monate nachdem sie nach dem Tod ihres Vaters Königin geworden war.

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Die Queen war am Donnerstag auf ihrem Landsitz Schloss Balmoral in Schottland im Alter von 96 Jahren gestorben. Noch zwei Tage vorher hatte sie dort die neue Premierministerin Liz Truss empfangen und formell mit der Regierungsbildung beauftragt. Truss’ neues Kabinett sollte noch am Samstag eine erste Audienz beim König erhalten. Die Regierungschefin selbst hatte Charles bereits am Freitag im Buckingham-Palast aufgesucht.

Der Leichnam der Queen soll an diesem Sonntag von Schloss Balmoral zuerst in den Holyrood-Palast in Edinburgh, die Residenz der Königin in Schottland, überführt werden. In der schottischen Hauptstadt soll der Leichnam anschließend in einer Kathedrale aufgebahrt werden, bevor er nach London gebracht wird.

kko/dpa

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